In Deutschland leben wir immer noch im Selbstlob-Modus des Kalten Krieges, der Kolonial – und Missions-Zeiten: Hier ist alles besser! Am Teutschen Wesen sollte die Welt genesen …

Die Kultusministerien sind bis heute die Hochburgen des Selbstlobes, und Bayern hatte noch 1957-64 einen alten CSU- Haudegen der Nazi-Justiz dort sitzen, den heimlichen Nationalzeitungs-Autoren Maunz.

Auch etliche andere Professoren an den Hochschulen machten weiter wie „damals“, als des Führers Arbeitszimmer und Konzertsaal einzurichten war … und Andersdenkende wie Deserteure hinzurichten waren. 1950 endete – auch mit Betreiben der all zu fleißig „Persilscheine“ ausstellenden Kirchen, die „Entnazifizierung“, die CSU führte die Prügelstrafe in den Schulen wieder ein: Der Postfaschismus begann.

Es geht auch anders ….

Reformpädagogik hatte es schon reichlich gegeben, aber das militaristische preußische Schulsystem war auch den Kirchen recht, das Lernen der Kinder und Jugendlichen konnte noch nicht auf Freiwilligkeit gedacht werden, brauchte Zensur und Verwertungslogik. Bis nun heute alles auf Berufsausbildung ausgerichtet ist.

… aber so geht es auch!

Nein, Brecht war als Kommunist und DDR-Bürger verfemt, bis auf „Mutter Courage“ und die Dreigroschenoper, und der östliche Militarismus formte das gleiche UNterrrichtswesen. Die Kritische Theorie wurde wie das Wort „Sozialismus“ zum intellektuellen Geschwafel, analog der Heideggerei und Wortgeschwurbel bis Habermas.

Lebenspraktische Pädagogik und Philosophie

kam dann in den 1970er Jahren wie die Befreiungstheologie aus Südamerika, wanderte durch die Länder, wurde bekämpft und denunziert, weil sie nicht in unsere Fronten- und Verwertungslogik passte:

Pädagogik der Unterdrückten

Paulo Freire (* 19. Sept. 1921 in Recife; † 2. Mai 1997 in São Paulo) war ein in Theorie und Praxis international einflussreicher brasilianischer Jurist, Pädagoge und weltweit rezipierter Autor.  Bewusstseinsbildung, Volkserziehung, Bankierserziehung sind die wichtigsten Begriffe in der Pädagogik der Unterdrückten,  

inspiriert zahlreiche internationale Hochschulen (über 35 Ehrendoctores) und die Befreiungstheologie

Theater der Unterdrückten

Augusto Boal, 16.3. 1931 in Rio de Janeiro geboren, gilt als einer der wichtigsten Theatermacher und Theatertheoretiker, der Anspruch ist, mit Theater die Realität nicht nur zu interpretieren, sondern diese auch zu verändern. Während seiner Exilzeit in Europa beeinflusste er auch die hiesige Theaterpädagogik und bekam 1994 von der UNESCO die Pablo-Picasso-Medaille. Seine Methoden sind in über 70 Ländern der Welt verbreitet. († 2.Mai 2009 in Rio)

Lern-Autonomie schafft reflexives Bewusstsein

Autonomia heißt das letzte Buch von Paulo Freire, der die befreiende Pädagogik und Modelle des Lernens entwickelt hatte, die von der UNESCO posthum noch einmal gewürdigt worden waren: Er stellt die Lernenden in die Mitte, die bei uns meist noch von Stoff, Qualifikationen und Konkurrenzen besetzt ist.

Seit den 70er Jahren haben viele PädagogInnen auch hierzulande versucht, gegen die Regeln ihrer Einrichtungen solche Modelle durchzusetzen, haben sich mit wirklich demokratischen und emanzipatorischen Methoden aber selten in den Systemen beliebt gemacht.

Autonomie erscheint uns als Wunsch selbstverständlich, als Forderung aber überzogen zu sein. Die Regeln, die gegen sie ins Feld geführt werden, erscheinen heilig, Institutionen -verteidigend. Die Lernenden sollen sich in bestehende Systeme einpassen, ihre Regeln übernehmen. Als Pädagogen neigen wir dazu, eher Gefängniswärter als Anwälte der Lernenden zu werden. Mehr dazu: lern-autonomie-schafft-reflexives.html

Ästhetik der Unterdrückten

meint nicht einen neuen Einrichtungsstil, sondern die Wahrnehmung der Welt, das Lesen der Welt ohne die erlernten Sichten: Zwischen „Da muss man etwas tun“ oder „Da kann man nix machen“ und „Schicksal“ und „Was soll ich schon bewegen“ haben wir eine große Variante von Ausreden und Eingaben, Petitionen und Ausweich-Reaktionen.

Verantwortung für den eigenen Anteil übernehmen- Wie geht das?

Radikale Kritische Pädagogik in den USA

S. MACRINE, P. MCLAREN UND D. HILL (USA 2009): Revolutionizing Pedagogy
 
Radikale Pädagogik: Eine Perspektive

Kritische oder radikale Pädagogik ist ein Ansatz zum Verständnis und zur Gestaltung des Verhältnisses zwischen Schule und Gesellschaft aus der Perspektive der sozialen Produktionsverhältnisse in kapitalistischen Gesellschaften. 
 
Es ist auch ein praktischer Ansatz für das Lehren, Lernen und Forschen, bei dem das Lehren durch kritischen Dialog und eine dialektische Analyse der Alltagserfahrung im Vordergrund steht. 
 
Kurz gesagt, es geht darum, durch Praxis zu lehren. 

paulo-freire-muenchen.blogspot.com/2020/10/alphabetisierung-und-ein-buch-uber.html

Paulo Freire 100 Jahre: 19.9.1920 – 2.5.1997
und die Pädagogik der Unterdrückten neu besprechen:

Eine Veranstaltungsreihe des Nordsüdforum im Einewelthaus München ist in Vorbereitung, eine Mitwirkung, auch in der Rolle der Fragenden, ist gern gesehen …

paulo-freire-muenchen.blogspot.com/2020/10/paulo-freire-100-jahre-1991920-251997.html

https://xrebellmuc.blogspot.com/2020/09/david-graeber-zu-danken-ein.html

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