Angst, Ärger, Müdigkeit, Verzweiflung, alle reagieren auf Corona, und irgendwann kann man nix mehr hören dazu – meint man. Dann wächst der Ärger … Wie können wir richtig und ehrlich dazu kommunizieren?corona-Gnom

Sendung 4.11. um 21 h auf www.lora924.de hier Nachzuhören

Gespräch mit Erich Eisenstecken, Projektleitung Soziale Selbsthilfe im www.shz-muenchen.de

Virtuelle Selbsthilfegruppe für Corona-Betroffene aller Art

– Erfahrungen austauschen und aus der Krise lernen

Die Ausbreitung des Corona-Virus SARS-CoV-2 hat in den vergangenen Monaten nahezu auf der ganzen Welt massiv unser Leben beeinträchtigt. In vielen Ländern der Welt wurden das soziale Leben und auch die wirtschaftlichen Aktivitäten phasenweise radikal heruntergefahren.

Familienmitglieder, Freund*innen und Bekannte durften sich nicht mehr sehen, alte Menschen wurden isoliert und starben mitunter einsam in Betreuungseinrichtungen. Manche erkrankten schwer und einigen konnte nicht mehr geholfen werden, vor allem dort, wo das Gesundheitssystem die außerordentlichen Belastungen nicht mehr auffangen konnte.

Kinder und Schüler konnten nicht mehr in den Einrichtungen und Schulen betreut werden. Unternehmen stellten ihre Produktion ein und viele verloren ihre Arbeit oder mussten diese erheblich einschränken. Viele Selbstständige sahen sich existentiell bedroht oder verloren ihre Unternehmen.

Andere, die von Einschränkungen kaum negativ betroffen waren, empfanden die erzwungene Entschleunigung unseres Alltags dagegen mitunter als Gewinn oder zumindest als interessante Erfahrung. Es wurde auf eindrucksvolle Weise deutlich, wie unterschiedlich eine solche Krise verschiedene gesellschaftliche Gruppen trifft.

Deshalb bietet das Selbsthilfezentrum München (SHZ) – neben anderen Formaten des persönlichen Austauschs, die in den Räumen des SHZ wieder möglich sind – seit Ende Juni eine neue offene virtuelle Selbsthilfegruppe für Corona-Betroffene aller Art an.

Dort können sich alle Interessierten über die sehr unterschiedlichen Erfahrungen mit der Krise und ihren Folgen austauschen und vielleicht auch die eine oder andere Lehre daraus ziehen, was wir in Zukunft anders und vielleicht auch besser machen können – individuell, in den verschiedenen Gemeinschaften und gesamtgesellschaftlich.

Der thematische Zuschnitt wurde ganz bewusst sehr breit gewählt, damit sich möglichst viele Interessierte angesprochen fühlen können. Zur Vertiefung verschiedener Themenbereiche können thematische Untergruppen eingerichtet werden.

Die Gruppe findet online auf der Internetplattform BigBlueButton (BBB) statt, wo das SHZ die Möglichkeit zur Einrichtung von mehreren virtuellen Gruppenräumen geschaffen hat, die auch eigenständig von den Gruppen organisiert werden können.

Die bisherigen Treffen bestätigten die sehr unterschiedlichen Formen der Betroffenheit von der Krisensituation. Es gab Personen, die sich aufgrund gesundheitlicher Vorbelastungen erheblich von der Situation bedroht fühlten, weil sie befürchteten, selbst zu erkranken oder vorbelastete Angehörige anzustecken und die sich infolgedessen sehr zurückgezogen haben.

Entsprechend berichteten sie auch unter den Folgen der selbstgewählten Isolation gelitten zu haben. Aus dem Kreis von Personen, die sich in Suchtgruppen engagieren, wurde berichtet, dass das Ausfallen der regelmäßigen Gruppentreffen zu zahlreichen Rückfällen von Gruppenmitgliedern geführt habe.

Von allen, die sich bereits in der Selbsthilfe engagieren, wurde berichtet, wie schwierig es war, den Austausch unter den Gruppenmitgliedern in irgendeiner Form aufrecht zu erhalten. Einige hatten mit Telefonkonferenzen begonnen und gingen später zu E-Mail-Austausch oder Videokonferenzen über.

Der Wechsel in digitale Formate hat aber in allen Gruppen zu einer deutlich sinkenden Beteiligung geführt. Teilweise waren die technischen Hürden zu groß und auch nicht alle Mitglieder entsprechend technisch ausgestattet, teilweise fühlten sich die Mitglieder mit dem digitalen Austausch einfach nicht wohl.

Eine Gruppenleitung berichtete, sie habe begonnen, an die Gruppenmitglieder persönliche Briefe zu schreiben, so dass auch diejenigen erreicht werden konnten, die nicht mit den digitalen Medien arbeiten können oder wollen. Die Briefe seien von Gruppenmitgliedern sehr positiv aufgenommen worden.

Andere Gruppenmitglieder berichteten, die Krisensituation habe sie dazu gebracht, auch fortgesetzt mehr digitale Medien zu nutzen. Während diese vorher hauptsächlich für organisatorische Aufgaben im Vorstand der Gruppe genutzt wurden, würden sie jetzt auch verstärkt für die Kommunikation zwischen den Gruppenmitgliedern eingesetzt.

Der Großteil der Teilnehmenden an der virtuellen Selbsthilfegruppe berichtete aber, sehr froh zu sein, wieder zu realen Treffen zurückkehren zu können.

Bisher fanden die virtuellen Treffen wöchentlich am Mittwochabend, zwischen 18.30 und 20.00 Uhr statt und wurden zunächst von einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin des SHZ moderiert.

Im weiteren Verlauf sollen die Treffen ohne externe Moderation eigenständig fortgeführt werden und auf Wunsch der Teilnehmenden jede zweite Woche stattfinden. Technische Voraussetzungen sind ein Computer, Smartphone oder Tablet mit Kamera und Mikrofon.

Informationen und Anmeldung zur virtuellen Selbsthilfegruppe für Corona-Betroffene aller Art:

Erich Eisenstecken, E-Mail: erich.eisenstecken@shz-muenchen.de, Tel.: 089/53 29 56 – 16,
Selbsthilfezentrum München (SHZ), Westendstraße 68, 80339 München

Bei Teilnahme-Wunsch erhalten Sie kurz vor dem Treffen per E-Mail einen Link und einen Zugangscode.
Die Teilnehmendenzahl ist beschränkt. Mittwoch, 18.30 bis 20.00 Uhr (voraussichtlich jede zweite Woche)

Selbstorganisation in der Physik

Selbstorganisation in der Physik

Wie der Dialog fruchtbar werden kann, haben wir in den Schulen oft nicht gelernt, und auch die Medien zeigen uns eher unfruchtbare Diskussionen gegensätzlicher Standpunkte, ohne wirklich von uns zu sprechen. Paulo Freire entwickelte aus seiner Pädagogik der Unterdrückten auch eine Pädagogik der Hoffnung, die über Lern-Autonomie erarbeitet werden kann.

Am 19.9.2021 würde Paulo Freire 100 Jahre alt werden, und wir blicken ab Januar im Nord-Süd-Forum im Einewelthaus München zurück auf 50 Jahre mit seine Ideen, und den Kampf der Autoritären dagegen, wie er an unseren Hochschulen statt fand und aktuell auch in Brasilien wieder ausgetragen wird.

Reichlich Gelegenheit, mit zu reden:
www.lora924.de mitreden: 089 – 489 523 05

(aktuellere Hinweise möglicherweise auf www.fairmuenchen.de und auch Links zum Nachhören …)

am 3.9.2020: Corona und die Selbstorganisation mit einem Beitrag des Selbsthilfezentrum München

Corona-Selbsthilfe in den Anfängen

Betroffene wollen wahrgenommen werden und sich vernetzen

Viele Menschen sind von der Corona-Pandemie betroffen: Etliche sind an Covid-19 erkrankt und haben auch Monate nach der Infektion noch Beschwerden. Andere sind durch die Pandemie zum Beispiel in wirtschaftliche Not geraten.

Wie machen Betroffene auf ihre Situation aufmerksam, wie tauschen sie sich bislang aus?

Die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) hat dazu recherchiert und dokumentiert die Ergebnisse in ihrer Reihe NAKOS PERSPEKTIVE 2|2020 und hier die NAKOS Webseite

Der neue ein•blick ist da!

Lesen Sie in der September-Ausgabe: [mehr…] und in den folgenden auf www.shz-muenchen.de

Foto zu Beitrag'Der neue ein•blick ist da!'

Digitalisierung der Selbsthilfe?

  • Erfahrungen eines Selbsthilfeaktiven während der Corona-Zeit
  • „Keine Angst in Zeiten der Isolation“ – Die Münchner Angstselbsthilfe MASH
  • Virtuelle Selbsthilfegruppe für Corona-Betroffene aller Art – Erfahrungen austauschen und aus der Krise lernen

einblick-3-2020 (pdf, 3,5 MB)

 

Thesenpapier über den Übergang zur chronischen Phase
http://www.matthias.schrappe.com/index_htm_files/thesenpapier_4_endfass_200830.pdf

Außerdem hat David Klemperer ein Kapitel aus seinem neuen Lehrbuch zu
Corona zum Download bereit gestellt. http://sozmad.de/Corona.pdf

Du darfst mich gern verfolgen ...