Der Tucan-Kreis und die SPD werden ein paar Antworten brauchen, warum sie so gerne geglaubt hatten, dass er ein musischer Ehrenmann gewesen war, und die Frage der lange verschlossenen Archive wird die verschwiegenen Historiker und Mittäter nicht nur auf gesetzliche Vorgaben verweisen lassen.

Adolf Hitler war es allein.

Schon in den Nürnberger Prozessen begann der Versuch, die Verantwortung auf den Führer zu schieben, der schließlich für alles zuständig war, und das Führer-Prinzip hatte nur einer, Dönitz, tatsächlich angesprochen, als katastrophal und verantwortlich verstanden.

In den Nachkriegsjahren galt das Führerprinzip in sanfterer Form weiter: Es wurde in den Schulen geprügelt, in allen Firmen hierarchisch gearbeitet, militärisch in den Geheimdiensten und in der Polizei die Unschuld hergestellt, und das Schweigen: Die alten Richter und Juristen blieben die gleichen, der „Anti-Bolschewismus“ als neue schwarz-braune Religion der Amerikaner löste bald die „Demokratisierung der Jugend“ ab und das Schweigen breitete sich weiter aus.

Ganz allein.

Die Archive sind aus persönlichen Rücksichten gesetzlich geschlossen, nur historisch zuverlässig arbeitende bekommen so manchen Zutritt.

Auch die Kirchen, vor allem die Oberen, haben etliches zu verschweigen: Eigene Mitarbeitende im KZ, unterwürfige Briefe an den Gauleiter … mit dem Konkordat ruhig gestellt.

Aber es braucht auch Nerven, sich mit den 12 braunen Jahren auseinander zu setzen, es braucht einlesen in den seltsamen Jargon, in die Veränderungen der rechtlichen Strukturen zu erkennen, die Verantwortungen abzuschätzen.

Karl Ude war einer der schärfsten Hetzer.

krematorium dachauNatürlich gab es immer noch schlimmere, aber die Unterschiede sollten von den Wirkungen her beurteilt werden.

Der braune Untergrund unseres Landes hat noch viele falsche Denkmäler und Lügen in sich, die nun, auch in den keinerlei Menschenrechts-Standards entsprechenden Äußerungen der CSU in der Flüchtlingspolitik

Die Hetzer und Mitläufer fordern immer ein Recht auf Schweigen.

Das erlebten wir bei vielen Aktionen und Gesprächen: „Unsere Männer haben auch gelitten, davon spricht niemand mehr“. Irgend wann muss mal eine Ruh‘ sein!

Mit der Lüge leben viele Familien, aber jede Traumatisierung, die auch durch seltsames Schweigen entsteht, wirkt mindestens drei Generationen weiter, wie ein Fluch: Panik-Attacken, Angst-Zustände ohne verständliche Auslöser, denn Kinder sind in der Wahrnehmung ihrer Eltern und deren Ausreden mit der Zeit gut geschult.

Dann kamen viele Besserwisser und Rechthaber. Was man alles hätte machen müssen, wie man mit den Opfern anders hätte umgehen müssen, aber auch mit den Tätern. Wenig Information, was wirklich geschah, zwischen Hinrichtungen und Gefangenenlagern. Viel Selbstmitleid. Und noch viel mehr Teil-Informationen. Die Re- Instalallation der Nazis lernte ich bei Johannes Mario Simmel: Affaire Nina B. als Krimi, und: „Es muss nicht immer Kaviar sein“: Ein Kochbuch mit den Informationen zu den weiteren Verknüpfungen der alten Geheimdienste.

Menschenrechte kamen erst nach dem Krieg.

Die UNO wollte ein Zeichen setzen, dass solches Völkermorden nie mehr sein sollte.

Heute sagte eine junge Frau: „Nie wieder Krieg!“ Gut gemeint. Aber wir sind im Krieg. Unschärler und d unsere Zeitungen zeigen uns andere Probleme. Auch eine Lüge.

Das Buch zu Karl Ude von Johann Türk erscheint wohl im März. Die Bayernchronik kennt schon das Material.

Die Süddeutsche Zeitung hat eine eigene Geschichte aufzuarbeiten.

Die SPD braucht auch eine neue Haltung zu ihrer Geschichte in der Niederschlagung der Räterepublik durch rechte Freischärler am Beginn der Demokratie in Bayern, zum „vergessenen“ ersten Ministerpräsidenten Kurt Eisner, der den Freistaat / Volksstaat / die Republik ausgerufen, das Haus Wittelsbach für abgesetzt erklärte. Frauenwahlrecht und Abschaffung der kirchlichen Schulaufsicht blieb ja, aber mit dem Polizeichef, dem ehemaligen Knast-Chef von Stadelheim, und alter königlicher Juristerei begann eine Unrechts-Herrschaft, die in die Nazi-Umtriebe ermöglichte.

 

KARL UDE – Topographie des Verdrängens von Türk, Johann

KARL UDE – Topographie des Verdrängens

Schreiben unterm Hakenkreuz

Christian Ude, Oberbürgermeister von München und Städtetagpräsident, behauptet wahrheitswidrig über seinen Vater, den Journalisten und Schriftsteller Karl Ude,

„… er sei ein mustergültig demokratischer, ansonsten aber unpolitischer Mensch gewesen und habe im Dritten Reich still abgewartet, bis das Übel vorüber war. Zwar habe er sein Leben lang großes Interesse am Zeitgeschehen gezeigt, jedoch grundsätzlich keine Stellung bezogen. Dazu sei er viel zu diplomatisch gewesen. Außerdem sei er in der Rolle des Künstlers aufgegangen.“

(aus Traudl Junges Buch: „Bis zur letzten Stunde, Hitlers Sekretärin“, hier wird Christian Ude zitiert).

Es ist auch kein Zufall, dass sich Traudl Junge zu Karl Ude in die Bauerstraße 9 begeben hat!

Zahlreiche Fakten belegen: Karl Kurt Friedrich Ude war vor und nach 1933 ein sehr politischer Mensch und bis zum bitteren Ende eine wichtige Stütze des NS-Regimes.

Goebbels erstellte die „Zunft“ der Kriegshandwerker, eine Kriegsmaschinerie der Feder und Tinte.

Ein williger Propagandist und Schreibtischtäter, Udes Aussagen, antisemitisch und völkisch.

In seinen Kreisen wurde er auch der „Blutige“ bezeichnet, u. a. wegen seinem Blu-Bo-Stil.

Karl Ude war nicht nur der Prinzipal der Nazi- Verlags-Rezensionen im Deutschen Reich, seine Verehrung für Hitler kannte keine Grenzen, für Ude war Hitler ein „Künstler und Baumeister, ein Baumeister Deutschlands, Europas und der Welt, Hitler war ein Führer-Genie.“

In der Zeit zwischen 1930 und 1945 war er ein treuer Anhänger der „Braunen Horden“ und Chronist der „Hauptstadt der Bewegung.“ Für ihn war der „Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches“ Hermann Göring ein Tatmensch, den er sehr gern auch zitierte.

 

Nun frage ich mich, wer den Nachruf auf Hans Türk verfasst,

seine Beerdigung findet am 23. Oktober um 15 Uhr auf dem Neubiberger Friedhof statt.

Du darfst mich gern verfolgen ...