Foto Franz Will – Wikipedia 1987-04 Rolf Schwendter singt Lieder zur Kindertrommel im Cafe Ruffini München: Reinhören

Rolf Schwendter war Professor für Abweichendes Verhalten, Devianz in Kassel, erarbeitete auch Grundlagen für politische Supervision, begann schon in den 1970er Jahren, das Binnen-I zu sprechen und gendergerecht zu referieren, und auf Tagungen wie in Evangelischen Akademien sang er gerne zur Kindertrommel:

Im Umkreis von Robert Jungk und den Moderierenden von Zukunftswerkstätten wie im ibu eV trafen wir uns oft, bei den vierteljährlichen Entscheidungskollektiven der Arbeitskreise in der AG SPAK und bei der Sozialpolitischen Gesellschaft, und die legendären Sommerseminare des Theoriearbeitskreis Alternative Ökonomie TAKAÖ war er ein Zentralpunkt … meistens etwa 12 Tage in einem selbstverwalteten Tagungshaus, von denen es in den 1980er Jahren dann etliche gab.

Sein Buch „Rosa Luxemburg im Botanischen Garten“ mit vielen weiteren Liedtexten und die CD von Claus Biegert im Ruffini aufgenommen, waren bei Werner Piepers Verlag Grüne Kraft erschienen und sind jetzt noch bei mir erhältlich: fritz @ fairmuenchen.de

  Rosa Luxemburg im Botanischen Garten
  lauscht mit Karel Liebknecht der Nachtigall,
  kann die Blüte des Faulbaums kaum erwarten,
  hört auf des Wendehalses klagenden Schall:

Was lernten wir zu Genossenschaften?

In der Gegensprechanlage am Mittwoch 9.3. wie schon am 9.2.22 wird es auf Radio LORA MÜNCHEN 92,4 ab 21h von den Wohnungsspekulationen zur Selbstorganisation gehen: NACHZUHÖREN

In den Schulen hörten wir wenig Brauchbares, gemeinschaftliches Besitzen und verwalten erschien immer als Konflikthaft, erst landwirtschaftliche Maschinenringe waren ein zaghafter Versuch, Landmaschinen gemeinsam zu benutzen und nicht für jeden kleinen Hof anzuschaffen …

Aber die großspurige Werbung der immer noch schwereren Traktoren überlagerte die männliche Bauern-Mentalität.

Erst die Information, dass es viel mehr Genossenschaftsmitglieder gibt, als Aktionäre (deren Trend-Nachrichten die Medien beherrschen) führte mich nach den alten Einkaufs- und Wohngenossenschaften zu den vielen Berufsgenossenschaften und ihren Zwangs-Mitgliedschaften.

Einige Berufe wie Anwält*e und Ärzt*e sind auch in „Kammern“ organisiert, vielleicht sollte das, wie hoffentlich bald bei der Pflege, auch zur zukünftigen Bezeichnung werden.

Solidarische Ökonomie und Genossenschaften

ein wenig bekanntes Feld der Sozialwissenschaft und der Selbstorganisation, denn Konkurrenz und Wettbewerb, Betriebs- und Volkswirtschaft erscheinen den Regent*en bisher wichtiger:

Genossenschaften hatte sich schon in alter Zeit entwickelt: Gemeinschaften wirtschaften intern In Selbstorganisation erlernen alle Beteiligten die Kriterien für zukunftsfähiges arbeiten und wirtschaften.

Genossenschaften hatten vor gut 100 Jahren ihr erstes großes Wachstum, von Einkaufs-Genossenschaften wie die Vorgänger der Marken REWE und EdeKa bis zu Wohnbau-Genossenschaften, heute die Zeitschrift für Selbstverwaltung http://contraste.org und Gemeinwohl-Ökonomie http://bayern.ecogood.org

Sozialgenossenschaften

Darunter fallen auch Wohnprojekte wie der südostbairische sauriassl.org und das bundesweite Mietsyndikat syndikat.org, zahlreiche Senioren-Wohnprojekte etc. vor Ort. Drei neuere Genossenschaften haben wir seit ein paar Jahren / Monaten in München:

Bellevue di Monaco

Die Sozial-Genossenschaft erwarb von der Stadt die Gebäude an der Müllerstrasse, rettete sie vor der  städtischen Spekulation und richtete eine umfangreiche Arbeit und ein Café mit Geflüchteten an der Ecke zu Corneliusstrasse und zur Glockenbachwerkstatt ein, gekrönt inzwischen mit einem Dach-Sportplatz.

Kooperative Grossstadt

im Oktober 2015 gegründete Genossenschaft, die München nach neuen Potentialen, Orten und Bauplätzen durchforstet, um zukünftig mit anspruchsvoller Architektur die Stadt für ALLE weiter zu bauen. In diesem Sinne wollen wir mehr sein als eine homogene Gruppe von Gleichgesinnten, die nur für sich selbst günstigen Wohn-, Lebens- oder Arbeitsraum schafft. Ein Haus steht in Ein Haus steht in Neu-Riem, eines wächst grade in Freiham, ein Wohnprojekt entsteht in Haidhausen. http://koogro.de

„Und dann gibt es in Freihampton auch noch Platz in der WG 60plus. Darin teilen sich Menschen, die im Alter zusammenleben möchten, eine Wohnung; sie ergänzen mit dieser besonderen Wohnform das Mehr-Generationen-Prinzip, das in den Hausprojekten der Genossenschaft die Vielfalt der Stadtgesellschaft abbildet.

Es handelt sich um ein Großwohnung für 6 Personen, die in vier Appartements (2 x für eine Person, 2 x für zwei Personen) jeweils privaten Rückzugsraum bietet und zusätzlich einen gemeinschaftlichen Raum zum Wohnen, Essen und Kochen für alle Bewohner*innen. 

Wir laden alle, die sich für diese Wohnform interessieren zu einem Info- und Kennenlerntreffen am Dienstag, 08.03.2022, 19:00h ein. Anmeldungen zur Video-Konferenz unter: anmeldung @ koogro.de

foodhub-muenchen

Der FoodHub München wurde am 8.7.2021 in der Deisenhofener Str. 40 in Obergiesing eröffnet. Von Dienstag bis Samstag kannst Du als Mitglied zwischen 8 und 20 Uhr ausgewählte faire, frische, regionale und überwiegend biologische Lebensmittel kaufen.

Mit Produkten direkt von teilnehmenden Höfen und Lebensmittelhandwerker*innen sind wir nachhaltig und gerecht. Für eine lebenswerte Welt heute und morgen.

gemeinnütziges Institut für Bildung, Beratung und Dienstleistungen

rund um Sozialmanagement und bürgerschaftliches Engagement … IBpro.de

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Ein langjähriges Hindernis waren die oft schwerfälligen Genossenschafts-Verbände, die eigentlich mehr zur Beratung und Gründung statt zur Verhinderung neuer Genossenschaften dienen sollten, was einzelne Verbände inzwischen durchbrochen hatten.

Dazu kommt eine allmähliche Verbesserung der Gesetzeslage in europäischer und deutscher Ebene, die manche Regelung vereinfachen kann: Für gemeinschaftlichen Besitz und Betrieb gibt es wohl keine bessere Form.

Angewandte Sozialwissenschaft

Wie Menschen lernen und Soziale Gestalt finden: Gruppen und Gemeinschaften, Kontakt und Vertrauen …

Joker begleiten Gruppen und Projekte, forschen an größeren Bewegungen und Entwicklungen und regen gerne gemeinschaftliche Forschungsgruppen an, wie Paulo Freire das gemeinsame Lernen in Studiengruppen entwickelt hatte.

Von der Gestalt-Pädagogik bis zur Lernenden Organisation … und wachsend: Community Organizing, Netzwerk Gemeinsinn, gemeinschaftlich forschen sowie Bildung in der Gemeinwohl-Ökonomie

Interessanterweise wurde Augustin Souchy 1960 von Castro eingeladen, den Agrarsektor zu untersuchen. Allerdings erklärte der in einer Broschüre, dass das System dem sowjetischen Modell zu nahe komme. 3 Tage nach Souchys Abreise, wurde die gesamte Auflage beschlagnahmt & zerstört.

16.08.1962: Castro verbietet anarchistische Publikationen und Aktionen. Die nach dem Ende der Sklaverei sehr starke anarchistische Bewegung Kubas wurde ab 1925 vom Diktator Machado, später von der Regierung Castro unterdrückt. Von der Repression Castros erholt sie sich bis heute.

Michail Bakunin lernte schon von Kropotkin, stiftete die italienische und spanische linie der dortigen Anarchie und Gewerkschaften an, Gustav Landauer entwarf vor allem im Berliner Raum seine Ideen der Lebensgemeinschaften, das damalige Sprachentalent Augustin Souchy wirkte massiv im südamerikanischen Raum.

Du darfst mich gern verfolgen ...