Kurt Eisner war Journalist und Redakteur des Vorwärts in Berlin und Nürnberg gewesen. Sein 150. Geburtstag im Stadtmuseum befreit hoffentlich das bürgerliche Denken von der gehässigen Propaganda von Bayrischer Volkspartei, Kirche und Faschisten.

An der Bavaria begannen viele Friedens-Demonstrationen vor und im „europäischen Krieg“ (Franz Marc), und die Mehrheits-SPD zog am 7. Nov.1919 mit Auer zum „Friedensengel“, der eine Siegesgöttin aus den „Erträgen“ des Krieges 1870 / 71 mit dem Blick nach Westen ist, mit samt der ganzen betonierten Hochwasser-Verbauung und dem Haidhauser Franzosen-Viertel mit den damaligen Schlachtorten.

Pazifismus in Kriegszeiten: Erst nehmen sie dich nicht ernst, dann bewerfen sie dich mit Dreck: Wie aktuell die Friedensbewegung zwischen Israelis und Palästinensern: Zensur scheint das Mindeste in München, damals gabs aber auch monatelange Untersuchungs- und Schutzhaft, in der sich Sarah Sonja Lerch das Leben nahm, weil ihr Mann sich scheiden ließ.

Die Arbeiter zogen mit den Soldaten und den Vertretern des Bauernverband in den Mathäser, wählten ihre Räte und ernannten Eisner zum bairischen Ministerpräsidenten.

Dann zogen sie zum bisherigen königlich bayrischen Landtag in die Prannerstraße und riefen den Freistaat Bayern als Republik aus.

Kurt Eisner begriff ab 1916, dass die Angriffs-Behauptung und die ganze Kriegs-Inszenierung von der preußischen Adels-Militär-Riege mit der Waffenindustrie ein diplomatisches Lügengebäude mit der Fassade König und Kaiser und Kirchen war: Es gab Veröffentlichungen diplomatischer Unterlagen.

Die SPD war von der Friedenspartei bis 1914 mit den Gewerkschaften zum „Burgfrieden“ umgefallen und bewilligte mit Fraktionszwang im Reichstag die Kriegskredite. Abweichende wurden unter Druck gesetzt und ausgeschlossen, gründeten die USPD, Kurt Eisner und Sarah Sonja Lerch sprachen auf ArbeiterInnen-Versammlung der Münchner Munitionsindustrie vor Tausenden von BMW und anderen Betrieben, die trotz Kriegs-Lage streikten und die internationale Solidarität der Arbeitenden beschworen.

Nach der Eröffnung der Ausstellung im Stadtmuseum (weiteres unten) treffen wir uns am öffentlichen Platz:

So 14.05.2017, 15 – 17 Uhr an der Bavaria

Kurt Eisners 150. Geburtstag

Geboren wurde Kurt Eisner am 14. Mai 1867 in Berlin. Er arbeitete u.a. als Journalist und Schriftsteller in Berlin, Nürnberg und München.

Als SPD-Mitglied (seit 1898) geriet er wegen seiner Kriegsgegnerschaft häufig ins Abseits.

Unter großem Protest verließ er die Partei wegen ihrer kriegstreiberischen Rolle im Ersten Weltkrieg und gründete 1917 die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) mit.

Dort verwirklichte er sich als Pazifist und spielte eine maßgebliche Rolle bei den Januarstreiks 1918. Als Anführer der Novemberrevolution in München wurde er von der Versammlung der Arbeiter- und Soldatenräte zum ersten Ministerpräsidenten Baierns gewählt.

Auf dem Weg zum Landtag wurde Kurt Eisner am 21. Februar 1919 von dem Reserveleutnant Anton Graf Arco auf Valley erschossen.

Bis heute wurde der sozialistische Revolutionär nicht als Gründungsvater des Freistaates Baiern gewürdigt.

Darum wollen wir seinen Geburtstag umso größer feiern. Alle sind zu Torte und Sekt eingeladen:

www.by.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/H21ME/kurt-eisners-150-geburtstag

Am Sonntag, 14. Mai 2017, 15 Uhr an der Bavaria, Theresienwiese Münchenhttps://de.wikipedia.org/wiki/Ostermarsch

Wolfgang Blaschka als Kurt Eisner und Cornelia Naumann als Sarah Sonja Lerch tragen Texte aus der Revolution vor. Begleitet werden sie am Akkordeon von dem Straßenmusikanten Walter Schreiber.

Veranstaltende:

Kurt-Eisner-Verein für politische Bildung e.V.
Das andere Bayern e.V.
Plenum R – Revolution und Räterepublik
Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Und Donnerstag vorher beginnt die Ausstellung im

Stadtmuseum München

(siehe oben Titel) und hier: www.muenchner-stadtmuseum.de/sonderausstellungen/revolutionaer-und-ministerpraesident-kurt-eisner-1867-1919.html

„Die hundert Tage der Regierung Eisners haben mehr Ideen, mehr Freuden der Vernunft, mehr Belebung der Geister gebracht, als die fünfzig Jahre vorher. Sein Glaube an die Kraft des Gedankens, sich in Wirklichkeit zu verwandeln, ergriff selbst Ungläubige.“
(Heinrich Mann in seiner Gedächtnisrede anlässlich der Trauerfeier für Kurt Eisner im Münchner Odeon am 16. März 1919)

Kriegerdenkmal

Flattr this!