Feinstaub-Brochitis in München

Feinstaub? Nein, keiner will euch beunruhigen …

… aber ich bin seit vielen Wochen davon krank.

München ist am Neujahrstag in grauen Nebeln, die keine wirklichen Nebel sind. Feinstaub: Das, was direkt bis zur Lunge runter geht, nicht der grobe Staub im Staubsauger. Dann geht es an den meisten Tagen des neuen Jahres weiter: Feinstaub-Alarm. Die Zeitungen bringen wenig: Anzeigen-Kunden könnten verschreckt werden. Gespenstisch, das Erleben. Gespenstisch, das Schweigen dazu.

Katastrophen-Nachrichten aus dem Allgäu (Autobahn) und den Bergen (Waldbrände, Wanderer) und Istanbul, Terrorist.

Nix zu Feinstaub im Staatsfunk

und auf den geschönten Touristen-gerechten Stadtseiten www.muenchen.de.

Das sind und waren „wir“ ja schließlich selber … mit Vergnügen und Wichtigkeit?

War da nicht eine Verpflichtung zu Vorsorge? War da nicht eine Pflicht zu Warnung bei Gesundheitsgefährdung. Ja, alles Theoretisch. Und scho bei Tschernobyl bestand keine Gefahr für die Bevölkerung, nur F.J.Strauß ließ seine Gartenerde austauschen.

Von den Autos

wissen wir seit Monaten: Diesel rußt weiter … in Luxus-Familien-Karossen, tödlich, wie immer. Für andere? Durch München kurven viel alte Busse: Touristen-Sightseeing, alte amerikanische Party-Schul-Busse, nun kommen die Lastwagen der Stammstrecke dazu?

Das Bürgerbegehren www.luft-reinheitsgebot.de  begann grade und ist schon wieder vergessen … und braucht vielleicht eine Ergänzung zu. Nun gibt es eine Verwaltungs-Gerichts-Entscheidung? Folgen?

Neujahrsraketen

Dazu kommt als neue Nachricht in der Straßenbahn: Eine Firma entwickelt für Militär und Zivil neue Sprengstoffe, dass das in Zukunft … kein Problem sein wird. Gesunde Kriege für unsere Jungs und Mädels in aller Welt. Denn die NATO-Aufrüstung kommt, ob von Trump oder doch von unseren Firmen hochgejubelt? Und nächstes Jahreswechsel?

Stimmung, lustig!

Kinder und Jugendliche wollen schließlich auch noch lernen, wie der Schrecken zwischen Lust und Angst hoch kriecht … und diverse Eltern mit ihren Kindern machen auch immer noch weiter … weil ja keine öffentliche Wahrnehmung des Problems existiert. Der junge Nachbar geht sogar noch joggen. Wer jung und gesund ist … und wir Alten?

Wir haben leider Viren eingesammelt und nieder gehalten, die jetzt aktiv werden können: Und viele Bekannte wundern sich über die immer länger dauernden Erkältungen, über die fürchterlich entkräftende Grippe.

Nun berichtet das Helmholtz-Zentrum:

Feinstaub mobilisiert alte, in einer gesunden Lunge nieder gehaltenen Infekte und Viren, findest du auch mehr dazu im Netz …

Drama

Nein, nicht klagen und jammern, sondern gezielt aufbauen:

die Spannung aufbauen

die Staatsregierung hat grade Wichtigeres zu tun: Mögliche Straftäter abzuschieben (aber keine verlogenen Auto-Produzenten und Billig-Feuerwerks-Importeure)

voll daneben und still

sind umweltschützende Urlauber an geschönten Grußkarten beschäftigt

voll gestört – privat?Feinstaub in München

wer unterscheidet schon Nebel von Feinstaub, ohne wissenschaftliche Expertise?

Nebel ist nass.

Feinstaub ist trocken.

Beides ist grau, vor allem auf Entfernung.

Keiner hatte es gewusst. Stand nicht auf der chinesischen Packungsbeilage, die eh keiner liest. Bildung in Naturwissenschaft hatten wir neulich eingespart. Beunruhigt nur.

Morgen kommt hoffentlich Regen oder Schnee. Nicht weniger belastet, aber gesunde Luft für alle?

www.muenchen.de/aktuell/2016-12/vorschau-auf-das-silvester-wetter.html

„Der Neujahrstag soll freundlich werden: klarer Himmel, circa 2 Grad Tagestemperatur und eine Niederschlagswahrscheinlichkeit von 5 %. Zum Abend hin soll der Wind stärker werden. Die vorhergesagten sieben Stunden Sonnenschein eignen sich prima für tolle Neujahrs-Spaziergänge“

Nein, Feinstaub ist noch kein Thema …

Der Freistaat Bayern und die Stadt München wurden verurteilt, die Gesundheit der Bürger zu schützen?

Wie klingt das denn? Das Kungeln mit der Auto-Industrie soll nicht weiter für uns ungesund sein?

Die Handwerker-Lobby will sich nicht von den alten Dieseln trennen? Der Elektro-Auto-Zuschuß ist zu klein?

Danke an Jo ha Na für den Hinweis: www.sueddeutsche.de/muenchen/feinstaubbelastung-warum-muenchen-an-silvester-so-vernebelt-war-1.3317593

Hoffe, dass das nicht wieder weiter vernebelt …

Allergie-Arbeitskreis mit medizinischer Studie

Danke an Erika: Die aak www.aak.de hat sich mit Feinstaub sehr beschäftigt

und eine Studie im Netz: www.aak.de/fileadmin/pdf/Feinstaub-Schweisfurth.pdf

Gesundheitsschäden durch Feinstaub von Hans Schweisfurth in Cottbus

vor allem einige zitier-würdige Sätze am Schluss:

„Weltweit wird nach Prognose der OECD die Rate der vorzeitigen Todesfälle bis 2050 infolge der Feinstaubbelastung um mehr als das Doppelte auf 3,6 Millionen jährlich ansteigen, wobei es in China und Indien zu den meisten Todesfällen kommen wird.
Damit fordert der Feinstaub im Vergleich zu anderen Umweltrisiken mit Abstand die höchste Rate an vorzeitigen Todesfällen, so dass dringender Handlungsbedarf zur Verminderung der weltweiten Feinstaubbelastung besteht“ S. 6 www.aak.de/fileadmin/pdf/Feinstaub-Schweisfurth.pdf

Bürgerbegehren in München www.luft-reinheitsgebot.de

Politik im Raum – reflektiert im Radio am 4.1.17?

Du darfst mich gern verfolgen ...

4 Kommentare

    1. Endlich reagieren auch die Zeitungen, die Diesel-Lügen sind allmählich bekannt genug, und auch die Affen-Studie zur Presse-Desinformation kommt im Radio. Aber dann? München scheint grade nicht reaktionsfähig, gibt das Radln wahrscheinlich aus Gesundheits-Gründen auf?

  1. Auch aktuell ist die Luft in München schlecht. Heute wurden an der
    Landshuter Allee bis zu 112 Mikrogramm Stickstoffdioxid je Kubikmeter
    Luft gemessen. Nur tief in der Nacht um 2 Uhr lag der Wert knapp unter
    den 40 Mikrogramm, die selbst, wenn man über das ganze Jahr mittelt,
    nicht erreicht werden dürften. Und der Feinstaub PM10 überschritt von
    Donnerstag bis Samstag schon wieder an drei Tagen den Grenzwert
    50 Mikrogramm.

    Stickstoffdioxid ist ein ätzendes Reizgas, verursacht Entzündungen,
    Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen und erhöht die Sterblichkeit in
    der Bevölkerung. Feinstäube wirken ähnlich und stehen zusätzlich im
    Verdacht, krebserzeugend zu sein. Von den unsichtbaren
    Feinstaubpartikeln können die kleinsten durch die Lunge in die Blutbahn
    eindringen und so im ganzen Körper Schäden erzeugen.

    Am Donnerstag, dem 16. Februar, geht es um Ihre Atemluft. Der Bayerische
    Verwaltungsgerichtshof wird Uhr in zweiter und abschließender Instanz
    darüber verhandeln, ob und wie die Stadt München und die bayerische
    Regierung für sauberere Luft sorgen muss. Das seit Jahren praktizierte
    Nichtstun trotz rechtskräftigem Urteil soll endlich beendet werden.
    Dabei ist auch eine Entscheidung über Diesel-Fahrverbote zu erwarten.
    Die Verhandlung ist öffentlich.

    Zeit und Ort: 16.02.2017 um 11:00 Uhr
    im Sitzungssaal 5 des Verwaltungsgerichts München,
    Bayerstraße 30, 80335 München

    Vor der Verhandlung wird auf dem Marienplatz eine Demonstration für
    saubere Luft stattfinden. Ein riesiges aufblasbares Auto soll dabei auf
    die Verschmutzung der Luft durch Dieselabgase aufmerksam machen.

    Zeit und Ort: 16.02.2017 von 09:30 Uhr bis 10:30 Uhr
    auf dem Marienplatz in München

    Wir weisen Sie auf diese interessante Verhandlung und die Demonstration
    hin, um Ihnen Gelegenheit dazu zu geben, daran teilzunehmen. Bitte gehen
    Sie hin, wenn Sie Zeit haben, und zeigen Sie, dass saubere Atemluft für
    Sie wichtig ist. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme.

    Regelmäßig verspricht die Politik, dass gehandelt wird. Doch die Luft
    bleibt schlecht. Die Maßnahmen, die ergriffen wurden, haben in mehr als
    10 Jahren nicht zu einer wirksamen Absenkung der Verschmutzung geführt.
    Noch länger zu warten ist verantwortungslos. Denn die vergiftete Luft
    macht Menschen krank und lässt sie vorzeitig sterben. Daher haben die
    Deutsche Umwelthilfe und der Verkehrsclub Deutschland Klage eingereicht
    und wollen nun wirksame Maßnahmen durchsetzen.

    Hauptverursacher der Verschmutzung in den Städten sind Diesel-Autos,
    alte wie auch viele neue, welche die Höchstwerte dessen, was aus dem
    Auspuff kommen darf, nicht einhalten.

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