Natürlich muss eine Nachrichten-Redaktion die Wertigkeit von Nachrichten einschätzen, aber dies zum Inhalts-Wert der Nachricht zu machen, klingt grade allenthalben wie journalistische Stümperei:

Ob Erdbeben oder Flugzeugabsturz, die dümmliche Nachfrage nach beteiligten deutschen Opfern macht den Provinz-Schmäh: Menschen sind Menschen, und würden Bayern sterben, wären wir betroffener?

Der Tod ist ein Meister aus Deutschland: Unsere Beteiligung am Sterben im Mittelmeer und an unseren hervorragenden Waffen (wer macht da grade Heckler & Koch Konkurrenz, bekommen „unsere Jungs & Mädels“ jetzt über die Atlantik-Brücke hitzeverträgliche Waffen zur Verteidigung unserer heißen Heimat?

Das Sterben ist ein Drama in Deutschland: der letzte Krieg noch nicht verarbeitet, die letzten Toten-Nachrichten in den Gefangenen-Lagern in den späten 40er Jahren tauchen erst auf, da stirbt es sich schwer zwischen Alpträumen und Beruhigungsmitteln: Und schon rüsten wir wieder.

Auch, wenn es nur ein Spiel sein soll: Es kommt ganz schön ernst daher.

Ein Erdbeben kann auch ohne exakte Toten-Zahlen berichtet werden, jedes kleine Schiff mit Ertrunkenen ist ein deutsches Flüchtlings-Drama: Unserer unfähigen Politiker, denen aber die Journalisten nicht in allen Spuren folgen müssen, auch wenn Nachrichten scheinbar Kommentar-Frei sein sollten:

Objektiv sind sie zumindest in allen Griechenland-Bezügen nicht, denn die deutschen u-Boot- und Waffenlieferungen, die noch dringend aufrecht zu erhalten waren, werden so wie so nicht berichtet.

Du darfst mich gern verfolgen ... Also on: