Die Freunde und Geschwister Scholl hatten ein Gemeinsames: Die damals europäisch weit verbreitete Kultur des Wandervogel, der in seiner Breite in die gleichzeitig auflebenden Jugendverbände der Gewerkschaften, Kirchen und Parteien hineinwirkte.

Viele wichtigen Personen des künstlerischen, literarischen und psychologischen Lebens der Rätezeit in München waren im Vorfeld bei Kongressen in der Schweiz, die weniger von Polizeispitzeln überwacht war. Da machten viele einen Abstecher in die südlichen Täler, wo ein Zentrum der Lebensreform entstanden war: Andere reisten dort zur Gesundung und zum Entzug hin, was Hermann Hesse zu langen Aufenthalten brachte, die er ausführlich beschrieb, damit neben den Berichten und Glossen in den Zeitungen, wie über die unsinnige Idee des Veganismus,

München kannte seine Kohlrabi-Apostel aus dem Englischen Garten: Zeitweise waren Karl oder Gusto Gräser dort und hielten Vorträge …

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Vor hundert Jahren wurde im Norden von Brasilien auch Paulo Freire geboren, am 19.9.1921, später schrieb er die „Pädagogik der Unterdrückten„, die international zur Kritischen Theorie gerechnet wird, und auch als Pädagogik der Hoffnung die Theologie der Befreiung beeinflusst hat. Ab Mai 2021 werden wir 100 Jahre Paulo Freire – 50 Jahre Pädagogik der Unterdrückten bei uns feiern: Gesprächsrunden und Theaterwerkstätten, am 19.9.21 eine Matinee, Hochschulseminare …


Von der Wandervogel-Bewegung zur befreienden Pädagogik

Radio Lora München ukw 92,4 auch in DAB+ und im Internet: www.lora924.de

www.lora924.de

Gespräche im Kreis sind eine andere Qualität als Vorträge,
in denen EineR sein Wissen den Anderen verabreicht und vielleicht noch Fragen beantwortet, andere Meinungen anhört.

Die Treffen im Goldenen Anker, Schillerstr. 30

Die Gespräche im Kreis der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei USP München um Kurt Eisner, der wegen Pazifismus rausgeworfenen Sozialdemokraten des Reichstages, hatten von vorn herein mehr als Berichte von Kongressen und Treffen aus den Zeitungen und aus den Betrieben statt gefunden, nur Mühsam hatte dann einmal Hausverbot, weil er gar zu streitlustig agitieren wollte.

Von wegen Cafehaus-Literaten:

Was heutige Schrift-Stellende und Feuilletonisten den angeblichen „Träumern“ nachsagen, ist auf der bürgerlichen Schiene von oben herab wie pfeifen im Wald:
Wer von den Lebens-Verhältnissen der Menschen nichts wissen will, kann sie leichter verurteilen.


21.2.21 um 11h Kranzniederlegung zum Jahrestag der Ermordung Kurt Eisners: http://dasandereBayern.de

in der Kardinal-Faulhaber-Straße: organisiert von Das andere Bayern           Video von der Aktion am 21.02.2017

Kurt Eisners 150. Geburtstag

Am 14. Mai 1867 wurde Kurt Eisner in Berlin geboren. Er arbeitete u.a. als Journalist und Schriftsteller in Berlin, Marburg, Nürnberg und München. Seit 1898 war er zunächst SPD-Mitglied.

Wegen seines Protestes gegen die Rolle der SPD im Ersten Weltkrieg verließ er die Partei und wurde 1917 Gründungsmitglied der USPD.

Als einer der Anführer der Novemberrevolution in München wurde er von den Arbeiter- und Soldatenräten zum ersten Ministerpräsidenten Bayerns gewählt.

Auf dem Weg zum Landtag wurde Kurt Eisner kurz vor seinem Rücktritt am 21. Februar 1918 von einem katholischen Burschenschafter erschossen.

Am 14. Mai 2017 haben wir zusammen mit dem Kurt-Eisner-Verein, dem PlenumR und dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München den 150. Geburtstag von Eisner gefeiert. Wolfgang Blaschka als Kurt Eisner und Cornelia Naumann als Sarah Sonja Lerch trugen Texte aus der Revolution vor. Begleitet wurden sie am Akkordeon von dem Straßenmusikanten Walter Schreiber. Kurt Eisner – Rosa Luxemburg Stiftung


Revolutionsgespräch zu den Wandervogel-Freunden um die Geschwister Scholl

an ihrem Gedenktag, und zu den Wandervogel- Hintergründen aus der Lebensreform-Bewegung am Monte Verita

Die Geschwister Scholl waren in der vom Wandervogel inspirierten Hitlerjugend in Ulm aufgewachsen, kannten die demokratischen Umgangsformen und die Ideen der Lebensreform: Im Nachhinein wurden die christlichen Motive höher gehängt, denn die Kirchen hatten ihre eigenen jahrzehntelangen Kampagnen gegen Sozialismus und Jahre langes Predigen für den Nationalsozialismus vieler ihrer Kleriker und Kreise zu kaschieren.

Die bündische Seite der Weissen Rose freilegen:

Vielleicht liegt es unter dem allgemeinen Nichtwissen, vielleicht unter dem Tabu:

Die Wandervogel-Bewegung war eine wichtige Grundlage der persönlichen Selbstorganisation für die Freunde der Weissen Rose gewesen, über die man – nach dem Verbot in der Gleichschaltung 1936 – vorsichtshalber nicht mehr gesprochen hat. In der damaligen Zeit der offiziell gleichgeschalteten Jugend im „3. Reich“ gab es allerlei Arten der Anpassung und des wachsenden Widerstandes, die sich an bestimmten Zeichen erkennen konnten, die dabei aber auch immer mit Verrat rechnen mussten.

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„Eine männliche „Verschlüsselung“ war für Hans Scholl in den Gedichten und Kreisen um Stefan George, den auch Stauffenberg verehrte.Dein feldgrauer, animalischer Gehorsam hat das Elend, die Trauer und Kraftlosigkeit dieser Zeit hervorgebracht.
Und du sprichst nur von deutschen Interessen, bevor du einmal die Tränen der Verzweiflung mitgeweint hast,
die die ganze Menschheit weinen muß beim Anblick der Landstriche, in denen wir Siegfried- oder Hindenburgstellung spielten.
Die Welt steht dir nicht offen, bevor du Mensch wirst.[13]

Hans Paasche, einer der Wortführer beim Ersten Freideutschen Jugendtag,

im Mai 1920 wurde er, erst 39 Jahre alt, staatsanwaltschaftlich gedeckt als Zusammentreffen nicht voraussehbarer unglücklicher Umstände,[1] von Angehörigen des Reichswehr-Schutzregimentes 4 aus Deutsch Krone auf seinem abgelegenen Gut straflos ermordet.[2]

Hans Scholl und Willi Graf hatten ein Gemeinsames, bevor sie sich richtig kennen lernten:

Sie hatten beide ein Verfahren wegen „bündischer Betätigung“, und das Glück einer Amnestie im Mai 1938 nach dem Anschluss Österreichs.

Der Wandervogel hatte eine große Breite: Im Gegensatz zu den reaktionär und saufend gewordenen studentischen Burschenschaften und die militaristische Völkerschlacht-Idee
hatten sich viele Gruppen 1913 in der Meißner-Formel dem pazifistischen vielfältigen Leben der gereiften Einzelnen in ihren Gruppen
verschrieben:
Die Meißner-Formel einschließlich der beiden letzten, nicht immer zitierten Sätze wird meist mit folgenden Worten wiedergegeben:[11]
„Die Freideutsche Jugend will nach eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung, in innerer Wahrhaftigkeit ihr Leben gestalten. Für diese innere Freiheit tritt sie unter allen Umständen geschlossen ein.Zur gegenseitigen Verständigung werden Freideutsche Jugendtage abgehalten. Alle gemeinsamen Veranstaltungen der Freideutschen Jugend sind alkohol– und nikotinfrei.“[12]
Wir bräuchten noch Teilnehmende, die von den Darstellungen von Hermann Hesse, Gustav Landauer oder Erich Mühsam berichten können.
Das Ende des Abend erfolgt eher nicht alkoholfrei.

 

Du darfst mich gern verfolgen ...