raus mit euchDas Schweigen

der vergangenen Jahrzehnte auch über die Anteile der Stadt München an den grauenhaften Taten des 3. Reiches bricht sich in den unterschwelligen Auseinandersetzungen um die Willkommenskultur. Der frostige Winter des Verschweigens wirkt sich in der alten „Hauptstadt der Bewegung“ als gefälschte und geschminkte Fassade über den Gefühlen aus, die ganz schnell bröckeln kann und immer mehr aufgedonnert wirkt: Der Tourist bekommt seine Fassaden, die zugezogenen Reichen, ob aus dem Ruhrpott oder arabischen Ländern, zerstören, was sie sich grade zugelegt haben.

Verdrängung verbraucht Kraft

die uns zu den alltäglichen Auseinandersetzungen fehlt, und so laufen wir alle mehr oder weniger freundlich grüßend, aneinander vorbei. Auf dem Land und innerhalb mancher Häuser und Betriebe wird gegrüßt, auf den Münchner Straßen wird geschoppt: Die Millionen des Speckgürtels kleiden sich ein.

München, Hauptstadt der Bewegung

Zwischen Biergärten, Schicki-Mickis und Schwabinger Boheme war gut leben, für die, die Geld, Freunde und Ideen hatten. Dazwischen herrschte bittere Armut und Unterdrückung, Hunger, Kindersterben und Lungenentzündungen in den Wohnungen, die zum „Trockenwohnen“ noch billiger waren, frisch gebaut und mörtelfeucht.

NS-Dokumentationszentrum

August Kühn hat viele dieser Erinnerungen aufgeschrieben, die im Westend als Arbeitergeschichte weiter gegeben wurden.

kreppengrube

München, Stadt der Willkommenskultur

Im Sommer 2015 am Münchner Hauptbahnhof entstand ein Bild, das blieb: Auch wenn der Hintergrund in der Panik der Sozialreferentin zerbrach und mit der endlich einsetzenden Fürsorge der staatlichen Planer die Züge seitdem wegen dem Oktoberfest an München vorbei geleitet werden:

Die Landeshauptstadt Bayerns

lebt inzwischen hinter geschlossenen Grenzen, die Staumeldungen von österreichischen Grenzübergängen sollen uns signalisieren, dass niemand mehr hereinkommt, was schlicht nicht stimmt: Nur nach München wird grade nicht mehr zugewiesen, der Weg über Passau ist weniger spektakulär, und eine Umverteilung auf andere Regionen und Städte funktioniert anscheinend.

zigarren

Bayrische Landesregierung der Abschreckung

Da Seehofer die AFD (und Alfa) ständig radikalisiert, indem er ihnen die Alleinstellungsmerkmale wegnimmt, und sich mancher seiner Kollegen in den letzten Wochen mit immer dümmeren und menschenrechts-verletzenden Ideen und Vorschlägen hervorgetan hat, ist die Gewöhnung in den staatlich privilegierten und bezahlten Medien allmählich groß und der Übergang in die Bevölkerung spürbar:

Grenzen dicht: Ideologie-Stau

Die Vorgänge der gegensätzlichen Politik von Stadt- und Landes-ReGierung konnten Jahrzehnte in München fruchtbar gemacht werden, indem die SPD die Verfilzungen der CSU aufdecken konnte, bis die halbe Führung der städtischen „Oppositionspartei“ im Gefängnis saß oder verurteilt wurde, wie zuletzt der „Alt-Oberbürgermeister“ Kiesl für die Ausplünderung einer DDR-Treuhand-Immobilie mit Abkassieren der Förderprämie …

Täglich bringt der Staatsfunk die Stau-Meldungen, aber es ist wenig von den gelingenden Projekten zu hören, wie das Augsburger Grandhotel Cosmopolis und nun Bellevue di Monaco, das nun immerhin den städtischen Zuschlag für die Grundstücke bekommen hat und bisher 400.000 Euro einsammelte, mit einer Million kann die Sanierung zum Willkommens-Zentrum gut starten.

Frostaufbrüche

Wenn die Temperaturen steigen, zeigen sich die Winterschäden: Fehlende Kommunikation und ein Allerlei von Anliegen, Bedenken und Befürchtungen liegt in der Luft, kommt in Andeutungen zum Vorschein, und wenn die Zuschreibung zu einer Seite offensichtlich erscheint, kommen die möglichen Folgen

untergang

mitten im Fest

bricht die Stimmung, weil die Motive hinter den Aussagen gar nicht mehr wahrgenommen werden. Jede schräge Bemerkung kann das Gespräch kippen, jede Kurzfassung einer Thematik ist zu kurz, wird von Gegenargumenten weggewischt, bevor sie verstanden ist.

panik

in spontanen Gesprächskreisen

wird oft die fachliche Tiefe nicht erreicht, wie also vor Ort mehr Zeit organisieren?

Im Vielerlei der Feste und Familienereignisse, der Arbeitsanforderungen und der Freizeit-Wünsche wird sich kaum eine weitere Lücke finden, aber vielleicht lässt sich eine anstehende Fortbildung, ein Arbeitstreffen und ein Fach-Austausch zum Thema einbringen?

Neulich im Arbeitsfeld Sexualpädagogik: Wie sieht die interkulturelle Gestaltung aus, wenn Anfragen aus Unterkünften, von Ausbildungs-Einrichtungen und in Fortbildungen kommen, welche Arbeits-Konstellationen sind sinnvoll, die gesamte Palette der Hygiene mit den Herkunfts- und Erfahrungs-Horizonten abzugleichen, auch die Begleit-Personen beraterisch und fachlich fortzubilden.

feuerteufel

Szenen mit Integrations-Erfahrenen

Wie kann Integration von Flüchtlingen gelingen, damit die Stimmung nicht kippt? Das beratungsnetzwerk-hessen hat eine Expertise veröffentlicht, in der die Vor- und Nachteile von Land- und Stadt-Regionen gegenüber gestellt werden.

Eine Runde von Begleitenden und Helfenden vor Ort, zusammen mit den Migrierten, in einem Forum-Theaterprojekt?

Klar, eine erste Runde von ca 3 Std. bringt die Methoden des Forumtheater an die Teilnehmenden (mit Hilfe von Übersetzung oder Nachahmung und im Austausch in Kleingruppen) und die Themen der Teilnehmenden in den Kleingruppen in problematische Szenen, die anschließend im Plenum aufgelöst werden sollen, und vielleicht auch noch in einer öffentlichen Präsentation einem interessierten Publikum vorgestellt werden..

Arbeitskreise vor Ort

stehen zum Teil vor leeren oder vollen Lagern, wechselhaft oder nur kurzfristig belegten Unterkünften, verlieren sich in den Hintergrund … oder kommen zu eigenen Interessen und Themen der Zukunft für die Nachbarschaft, den Ort oder die Region, den Stadtteil und den eigenen Verein.

Supervision für Mitarbeitende

Bei vielen Mitarbeitenden in den Verwaltungen findet die Überlastung kaum ein Ende, wenn nicht die eigene Arbeitsstruktur wieder in vernünftige Bahnen gelenkt wird:

begleitete Besuche in der Geschichte

kobell-wintersonne

können die Spanne zwischen unseren letzten Kriegen und den Kriegen der Herkunftsregionen aufmachen, die Vertriebenen-Erfahrungen einordnen und so manche Kriegskinder-, Nachkriegskinder- und Kriegsenkel-Erfahrung ins Gespräch bringen, denn die Trauma unserer Familien wirken über mindestens drei Generationen, wobei auftauchende Alpträume, Ängste, Panikattacken und nicht identifizierbare Depressionen immer weniger zu zu ordnen sind, weil die Auslöser nicht mehr identifizierbar sind.

Die sozialpädagogische Angst vor einer Re-Traumatisierung ist nur angebracht, wenn die Gespräche abgebrochen, die Themen vermieden und tabuisiert werden, als unangemessen eingeordnet: Die Menschen finden im Mitgefühl Heilung und Verständnis, und das können wir alle brauchen.leonrod

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