Die Oskar-Maria-Graf-Gesellschaft und die Marx-Engels-Stiftung präsentieren:

Oskar Maria Graf und seine Münchner Freunde

Eine Matinee zu Ehren des großen antifaschistischen Schriftstellers

(22.07.1894 Berg – 28.06.1967 New York)

Sonntag, 5. November 2017, 11–14 Uhr

München | Seidl-Villa, Nikolaiplatz 1B

In Zusammenarbeit mit:
GEW München | Bezirksseniorenausschuss ver.di München | Das Andere Bayern | Deutscher Freidenkerverband München | VVN-BdA München

Eintritt frei!

Während er das „offizielle“ München „geradezu schon hasste“, mühte Oskar Maria Graf sich unmittelbar nach 1945 um die Kontakte zu den Olschewkis, zu Lina Haag und anderen Opfern der ‚Bewegung‘, die von München ausgegangen war. Was war das für ein Dichter, der in München begann, hier große Geschichte erlebte und beschrieb, und ohne Gegenliebe blieb? Seine Asche holte man 1968 auf den Prominentenfriedhof in München-Bogenhausen und heuer, 50 Jahre nach seinem Tod, feiert man ihn als Hausheiligen im noblen Literaturhaus.

  •  Dr. Ulrich Dittmann, langjähriger Vorsitzender der OMG-Gesellschaft,
    stellt Graf anhand seines zum Teil unveröffentlichten Briefwechsels mit einer Reihe von Persönlichkeiten vor.
  •  Karl-Heinz Hummel („Gelati“) liest aus dem Briefwechsel und aus Werken Grafs.
  •  Josef Brustmann singt Graf-Lieder.
  •  Schließlich zeigen wir den Dokumentarfilm „Oskar Maria Graf – Dahoam in Amerika“.

» Flyer zur Veranstaltung

Die Veranstaltung wird gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München.


Was Oskar Maria Graf an München so unruhig machte?

In München hatten sich die Nazis wieder auf allen Ebenen und in allen Parteien eingenistet, die Entnazifizierung wurde mit der kräftigen Vorarbeit der Kirchen wieder rückgängig gemacht, die Opfer der NS-Zeit waren geflohen, tot, oder in die Schande gesetzt, wie alle Homosexuellen.

Die Menschen im Exil wurden als „feige den Bomben und dem Kampf entflohen“ und als inkompetent für die erlittenen Leiden abgewehrt, waren Feinde geworden,

Postfaschismus

Die Nachkriegszeit wurde für die jungen Menschen der Hitlerjugend zur Erfüllung der Träume des „3. Reiches“ in Häuschen, Kleinfamilie und „ethnischer Reinheit“, denn die Juden, denen das Unrecht in die Schuhe geschoben worden war, waren ja weg … in jenem fernen Israel, das zuerst noch wie ein feindlicher Staat betrachtet worden war. Erst im Wettstreit des Kalten Krieges mit den sozialistischen Ländern kam die Annäherung und „Aussöhnung“, in bewährter Manie mit Geldleistungen und Waffenlieferungen, unlängst noch mit Atombomben-fähigen U-Booten.


Oskar-Maria-Graf und seine Freunde -Matinee in der Seidlvilla

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