Terror

Seit Tagen halten uns die bayrischen Medien in Angst und Schrecken, die Wiederholbarkeit durch alle Geflüchteten wird durch die beliebige Vermengung der Worte Ansbach, Axt, Reutlingen und Würzburg mit München und OEZ mit IS und Abschiebungsideen sowie Polizei-Aufrüstung und Bundeswehreinsatz im Inneren aufgeblasen.

Kein entspannendes Sommerloch, aber ein überhitztes Arschloch, das uns da geboten wird:Ostermarsch München

Amok und Mobbing

und der Jahrestag der schwedischen Morde durch den Faschisten Brejvik werden gegen die Bevölkerung gedreht und zu einem üblen Brei:

„unsägliche Bürgerkriegsübung vergangen Freitag, wozu der Tod von 10 Menschen in menschenverachtender Weise ausgenutzt wurde.

Hauptindiz dafür:

Es gab ab 20.30 keine Tatverdächtigen mehr aus dem Bereich OEZ. Trotzdem wurde um 20.43 von den Sicherheitsbehörden der „Terrorfall“ ausgerufen. Mit der bürgerkriegsmäßigen Beorderung sämtlicher Spezialeinheiten bis hin zur Feldjäger-Einheit der Bundeswehr, die mit der Alarmbereitschaft bereits rechtswidrig im Einsatz ist. (Der Rücktritt der Kriegsministerin wäre nach bürgerlichem Recht eine Selbstverständlichkeit!).

Verdi-Senioren Rüstung - TerrorDer Täter hatte sich um 20.28 selbst erschossen, und zwar vor den Augen der Polizei, was bis Sa. Abend unterschlagen wurde. Der Vater hatte sich vorher gemeldet, und aufgrund des Videos im Internet seinen Sohn als Täter identifiziert.
Die zwei Verdächtigen, die mit dem Auto vom OEZ schnell losfuhren, hatten sich selbst gestellt, was ebenfalls zunächst unterschlagen wurde, um Zeit zu gewinnen und die Entspannung der Lage bis 1.00 früh hinauszuzögern.

Alles in allem: Eine Bürgerkriegsübung, die – durch Auslösung zahlreicher Nachahmungstaten – noch vielen Menschen das Leben kosten wird.

Menschenverachtend auch die Stellungnahme des Polizeipräsidenten Hubertus Andrä: Die Polizei sähe einerseits einen Zusammenhang mit dem Brejvik-Attentat, aber andererseits gäbe es keinerlei politischen Hintergrund. Für 9 Millionen Einwanderer heißt das: Wenn Ihr uns erschießt, erkennen die Staatsorgane keinerlei politischen Hintergrund.“ (Zitat-Ende)

Ostermarsch MünchenWie beim NSU. Ausländer-Feindlichkeit ist bei unserer Vergangenheit einfach billiger.

Amok

Eigentlich eine klar bekannte Sache: Kommt gelegentlich vor, auch in anderen Ländern, wenn eine gekränkte Persönlichkeit ihre Kränkung wichtiger nimmt als das Leben der Mitmenschen. Kommt auch bei Politikern vor, wird dort aber anders genannt.

Mobbing

In manchen unserer Schulen herrscht das Bossing der Staatsregierung und setzt sich gegen die Schüler fort, die das Benehmen der Lehrkräfte (70% des Lernens in der Vorbildwirkung) untereinander imitieren und trotz aller Aggressionstrainings gegen die jeweils schwächsten in psychischer Gewalt ausleben.

Das Selbstlob der Staatsregierung im Höhepunkt der Verkündigungen des Bayrischen Kultusministeriums sieht nur Erfolge, wie dies in autokratischen Systemen üblich ist: Mit Tricksereien hält man die ausgebildeten Lehrkräfte draußen, um sich künftige Beamtenpensionen zu sparen, und rüstet lieber mit Polizisten nach.

Terror

Alle Medien bieten uns Panik, im Radio kann ich noch zum Dudeldü-Kaufrausch der Privatsender wechseln: Zu Ende die Zeit, in der es möglich war, nebenbei informiert zu werden …

IS und Erdogan

Ostermarsch München

Der Deal mit den Flüchtlingen wirkte ja zuerst genial, den Türken die Flüchtlingslager bezahlen, aber er führt zum unwürdigen Geschacher, und nun nun dreht auch noch die Spirale der Rußland- und Putin-Hetze ins Leere: Wenn wir in den „Staats-„Medien nicht einmal zu den anderen Bündnissen in der Welt informiert werden, sind alle Kriegsformationen unklar und „irgendwie“ bedrohlich,

Trump ist schon da

Wenn ein System die Auswahl auf Clinton und Trump einschränkt, kommt mit beängstigender Propaganda das größere Übel. In Bayern werden wird das auch behalten, weil das sich das kleinere Übel selbst nicht mehr ernst nehmen kann.

Die NATO wird in allen ihren Nachrichten, die sie uns verlautbaren lässt, nicht einmal erwähnt, eine Politik ohne Gewalt wird als illusorisch hingestellt, Waffen sind leichter zu haben.

Demokratie war mal eine schöne Idee

Verdi-Senioren Rüstung - TerrorVor hundert Jahren war da mal ein Krieg, der später in die Verlängerung ging, angefangen von Adel, Militär, Rüstungskonzernen und Monarchie, gesegnet von den Kirchen. Die Kirchen hatten noch die Schulaufsicht: Die Kontrolle der Bildung als Grundlage der Obrigkeitsgläubigkeit. Heute direkt von der Staatspartei kontrolliert.

Die Frauen, ohne Besitz- und Standeswahlrecht, begannen den Kampf um ihre Rechte mit der Forderung nach Frieden, der Sozialismus war noch eine internationale Idee …

Es gibt keine Alternative

wollen sie uns mit aller verbliebenen Macht sagen, und die Mengen gehen auch gerne wieder einkaufen. Die anderen treffen sich zum Picknick der Machbarn, zum Plenum der Räterepublik-Erinnerung, oder beim Begräbnis einen netten Freundes, der das alles nicht mehr ertragen wollte. ciao, Michi!

Amnesty International kritisierte die hohe Zahl ziviler Toter

Die Antworten der Bundeswehr und der Bundesregierung

auf die Frage, ob sie diese hohe Zahl von getöteten Zivilisten bedauern, sind hier aufgezeichnet: www.youtube.com/watch?v=33EuASm8hQ4

Alles nicht neu:

Bernd schickte in einer mail die Zusammenstellung von Clemens Ronnefeldt: Hier nur ein Ausriß

Am 25.7.2016 schrieb Michael Cramer, seit 2004 Mitglied im Europäischen Parlament zum Thema „Schädliche Steuergeschenke“ in der SüddeutscheZeitung über den Luftverkehr – ebenfalls in der Süddeutschen Zeitung:

(…)  „Doch auch wenn er derzeit nur 12 Prozent der Treibhausgase im Verkehr ausstößt, wachsen diese so schnell wie in keinem anderen Sektor.
Hinzu kommt: In der Stratosphäre sind die Emissionen drei- bis viermal klimaschädlicher als am Boden. (…) Im Luftverkehr sind grundlegende Regeln der Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt. (…)
Die Airlines bekommen in der EU nämlich von den Steuerzahlenden jedes Jahr 30 Milliarden Euro quasi ‚geschenkt‘, weil sie – im Gegensatz zur Bahn, deren Kunden das alles bezahlen müssen – von der Kerosin – und auf internationalen Relationen auch von der Mehrwertsteuer befreit sind. Von diesen 30 Milliarden zahlen die Deutschen 11 Milliarden. (…) Mit Steuergelder werden hier dieKlimaprobleme befeuert“. (…)

In seinem Bestseller „Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand“ (Frankurt, 2013) schreibt Harald Welzer, S. 53:

„Die Kultur des ALLES IMMER verbraucht die Zukunft derjenigen, die das Pech hatten, später geboren zu sein als Sie. 
Dass Sie relativ gelassen mit diesem moralisch zutiefst verstörenden Sachverhalt umgehen können, liegt wahrscheinlich daran, dass Sie daran gewöhnt sind, Ihre Bedürfnisse auf Kosten anderer zu befriedigen. Oder hatten Sie im Ernst daran gedacht, dass niemand betrogen würde, wenn Sie ihr T-Shirt für 4,95 Euro kaufen oder einen All-Inclusive-Urlaub in der Dominikanischen Republik für 799 Euro buchen? 
Das ist auch alles nichts Neues. Neu ist nur: Sie betrügen jetzt nicht mehr nur die anderen, irgendwo da draußen in der Welt, sondern inzwischen auch ihre eigenen Leute  – Ihre Kinder, Nichten, Neffen, Enkel und wer nach Ihnen noch so kommt. Und damit auch sich selbst, denn so schlecht wollten Sie ja nie sein“. 

Auf Seite 129 schreibt Harald Welzer:
„Will man soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit im globalen Maßstab, hilft alles nichts: Dann muss man die Komfortzone verlassen, auf Wohlstand verzichten, abgeben, andere Modelle des Verteilens, Wirtschaftens und Lebens entwickeln. Was das politisch heißt, kann weder mit dem Kauf von ‚fair‘ gehandeltem Kaffee noch durch das rituelle Verlautbaren von Absichten (wie
dem Einhalten des ‚2-Grad-Ziels‘) beantwortet werden, sondern nur durch die ernsthafte und konfliktträchtige Auseinandersetzung darüber, was man für die Zukunft behalten und was man abgeben
möchte. Und gegen wen man das daran geknüpfte Interesse durchsetzen muss“.

Auf S. 130 fährt er fort:
„Die Politik tritt genau deswegen auf der Stelle, weil Privilegien-Sicherung zu ihrem einzigen Inhalt geworden ist. Man kann das als Diktatur der Gegenwart auf Kosten der Zukunft bezeichnen.
Die Politik einer nachhaltigen Moderne hätte also zur Voraussetzung, dass wir beginnen, uns selbst zu de-privilegieren. Abstriche an Wohlstand und Lebensstandard von sich selbst zu fordern, ist natürlich etwas unangenehmer, als irgendwelche ‚Schuldigen“ zu identifizieren und von irgendwem zu verlangen, man möge doch deren Privilegien doch bitte einschränken.
Da wir aber vor der Aufgabe stehen, ein historisch ungeheuer erfolgreiches Modell so umzubauen, dass wir seine zentralen Errungenschaften bewahren und zugleich den Ressourcenverbrauch radikal absenken, kommen wir um die Erkenntnis nicht herum, dass die Transformation der Gesellschaft unweigerlich die Transformation unseres eigenen Lebens ist: das Herunterfahren von Ansprüchen, die Veränderung der konkreten Praxis, also die Veränderung der Mobilität, der Ernährung, des Arbeitens, der Freizeit, des Wohnens, die Umgewichtung von Werten.
Das gute Leben muss man leider auch gegen sich selbst erkämpfen, gegen die Trägheit des Gewohnten, des gefühlten Menschenrechts auf ‚bitte immer so weiter‘. Wenn es um Widerstand geht, bedeutet das immer auch: Widerstand gegen sich selbst“.

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Änderungen auf der persönlichen Ebene, die zur Folge haben, die Abhängigkeit von Öl und Gas zu reduzieren und damit die Notwendigkeit der militärischen Absicherung von Rohstoffen und Handelswegen zu verringen, ersetzen nicht politisches Handeln auf Regierungsebene.

Dass die Bundesverteidigungsministerin den größten Berater-Auftrag in der Geschichte der Bundeswehr in Höhe von 300 Millionen Euro vergeben möchte, wird die eigentlich zu lösenden Probleme m.E. eher verschlimmern als lösen:


Am Ende meiner heutigen E-Mail möchte ich noch einmal auf das Thema Terrorismus und die Entscheidung der Bundesregierung zur Entsendung deutscher Tornados nach Syrien eingehen – mit Beiträgen vom November 2015: www.infosperber.ch/Artikel/Gesellschaft/Terroristen-Der-Tod-in-Paris-und-unsere-Schuld

Der Tod in Paris und unsere Schuld

Heiner Flassbeck 17. Nov 2015 Scharfmacher predigen noch mehr Gewalt, «bis der letzte Terrorist eliminiert ist». 

Es gibt ihn aber nicht, den letzten Terroristen.

 

 

 

 

Du darfst mich gern verfolgen ...